
Ghee selber herstellen – flüssiges Gold aus der ayurvedischen Küche
Wenn du mein Video über Ghee bereits gesehen hast, dann weisst du, dass Ghee im Ayurveda seit Jahrtausenden geschätzt wird. Es gilt als nährend, verdauungsfördernd und wird traditionell eingesetzt, um Agni, unser Verdauungsfeuer, zu unterstützen. Falls du das Video noch nicht gesehen hast, empfehle…
Wenn du mein Video über Ghee bereits gesehen hast, dann weisst du, dass Ghee im Ayurveda seit Jahrtausenden geschätzt wird. Es gilt als nährend, verdauungsfördernd und wird traditionell eingesetzt, um Agni, unser Verdauungsfeuer, zu unterstützen.
Falls du das Video noch nicht gesehen hast, empfehle ich dir, es zuerst anzuschauen. Dort erfährst du, warum Ghee im Ayurveda einen so besonderen Stellenwert hat und wie du es in deinen Alltag integrieren kannst.
Heute möchte ich dir zeigen, wie einfach du Ghee selbst herstellen kannst.
Und ich kann dir sagen: Als ich mein erstes Ghee gekocht habe, war ich fasziniert. Aus einer ganz gewöhnlichen Butter entstand nach und nach ein wunderschönes, goldfarbenes Fett mit einem feinen, nussigen Duft.

Was du dafür brauchst
- 500 g oder mehr hochwertige Bio-Butter, möglichst aus Weidehaltung
- Einen Topf mit dickem Boden
- Ein feines Sieb oder ein sauberes Baumwolltuch
- Ein sauberes Glas mit Deckel
So stellst du Ghee her
Schritt 1: Butter schmelzen
Gib die Butter in einen Topf und erhitze sie langsam bei mittlerer Hitze.
Die Butter beginnt zu schmelzen und nach kurzer Zeit bildet sich eine weisse Schaumschicht an der Oberfläche.
Keine Sorge – genau so soll es sein.
Schritt 2: Geduldig beobachten
Nun beginnt der eigentliche Prozess.
Das Wasser verdampft langsam und die Milcheiweisse trennen sich vom Fett.
Die Butter wird zunächst schäumen und kräftig blubbern.
Mit der Zeit werden die Blasen feiner und die Flüssigkeit beginnt klarer zu werden.
Jetzt braucht es vor allem eines:
Geduld.
Schritt 3: Das Gold erscheint
Nach einiger Zeit verändert sich die Farbe.
Unter dem Schaum wird das Fett zunehmend klar und goldgelb.
Am Boden des Topfes sammeln sich kleine braune Milchbestandteile.
Gleichzeitig entsteht dieser typische, leicht nussige Duft.
Spätestens jetzt solltest du aufmerksam werden.
Schritt 4: Der richtige Zeitpunkt
Das Ghee ist fertig, wenn:
- die Flüssigkeit klar und goldfarben erscheint
- die Milcheiweisse am Boden goldbraun geröstet sind
- der Duft angenehm nussig riecht
- das starke Blubbern deutlich nachgelassen hat
Warte nicht zu lange, damit die Milchbestandteile nicht verbrennen.
Schritt 5: Filtern
Nimm den Topf vom Herd.
Giesse das flüssige Ghee vorsichtig durch ein feines Sieb oder ein Tuch in ein sauberes Glas.
Die gerösteten Milchbestandteile bleiben dabei zurück.
Abkühlen lassen
Lass das Ghee zunächst offen auf Raumtemperatur abkühlen.
Erst danach verschliesst du das Glas.
So vermeidest du Kondenswasser und das Ghee bleibt länger haltbar.
Wie verwende ich Ghee?
Ghee eignet sich hervorragend:
- zum Dünsten von Gemüse
- für Dal und ayurvedische Gerichte
- für Suppen
- für warme Getreidegerichte
- als kleine Ergänzung zu einer warmen Mahlzeit (Porridge)
Ich verwende Ghee fast täglich in meiner Küche.
Besonders schätze ich den feinen Geschmack und die angenehme Bekömmlichkeit.
Ghee ist mehr als nur ein Lebensmittel
Während mein erstes Ghee vor sich hin köchelte, fiel mir etwas auf:
Am Anfang sieht man nur Schaum.
Dann beginnt alles zu blubbern.
Es wirkt unruhig und chaotisch.
Doch wenn man geduldig bleibt, wird die Flüssigkeit klar und das Gold kommt zum Vorschein.
Irgendwie erinnert mich das an viele Prozesse im Leben.
Manchmal braucht es Zeit, bis sichtbar wird, was die ganze Zeit bereits vorhanden war.
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich Ayurveda so schätze.
Es verbindet die einfachen Dinge des Alltags mit einer tieferen Weisheit.
Und manchmal beginnt diese Weisheit ganz unscheinbar – in einem Topf voller Butter.
Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren.
Herzlich,
Andrea Freiburghaus Naturheilpraktikerin & Ayurveda in Ausbildung